Beim Bürgerforum im Begegnungszentrum MIA in Löcknitz wurden am 03. September 2026 aktuelle Probleme des grenzüberschreitenden Alltags zwischen Deutschland und Polen erörtert. Im Fokus standen dabei die verlängerten stationären Grenzkontrollen, Verzögerungen beim Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Stettin sowie die erschwerte deutsche Anerkennung polnischer Berufsabschlüsse.
Ein zentrales Thema war die Förderung der Nachbarsprache. Knut Abraham, MdB und Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-polnische Zusammenarbeit, plädierte für einen verpflichtenden Polnisch-Unterricht in einem definierten Grenzkorridor, um die wirtschaftliche und kulturelle Vernetzung zu stärken. Lokale Schulleiterinnen wiesen in der Diskussion allerdings darauf hin, dass der Ausbau des Sprachangebots in der Praxis durch den bestehenden Personal- und Stundenmangel erschwert wird.
Demgegenüber stehen positive Entwicklungen bei der lokalen Kooperation. Marzena Kępowicz, Konsulin an der polnischen Botschaft in Berlin, verwies auf das hohe Engagement auf kommunaler Ebene. Die Nachfrage nach Fördermitteln für grenzüberschreitende Vereins-, Schul- und Städtepartnerschaften sei hoch und liege bei einer Auslastung von über 80 Prozent.
